
Würgen vs. Verschlucken
Wie man den Unterschied erkennt – und in beiden Situationen ruhig bleibt
Wenn Ihr Baby zum ersten Mal beim Essen würgt, ist das eines der alarmierendsten Erlebnisse beim Start mit fester Nahrung – aber es ist auch eines der am meisten missverstandenen. Würgen und Verschlucken sind sehr unterschiedliche Dinge, und den Unterschied zu kennen, wird Ihnen helfen, ruhig zu bleiben, richtig zu reagieren und sich bei den Mahlzeiten sicher zu fühlen.
Würgen ist normal – hier erfahren Sie, warum
Würgen ist ein Schutzreflex. Wenn Nahrung zu weit in den Mund gelangt, wird der Würgereflex aktiviert und schiebt sie nach vorne – genau wie er soll. Sie werden es daran erkennen, dass es laut ist: Das Baby wird würgen, sein Gesicht kann rot werden und es kann das Essen mit der Zunge herausdrücken. Es kann beunruhigend aussehen, aber der Körper arbeitet perfekt. Babys, die neu an feste Texturen gewöhnt werden, würgen häufig, und dies nimmt typischerweise ab, wenn sie mehr Erfahrung sammeln.
Verschlucken ist anders
Verschlucken tritt auf, wenn Nahrung die Atemwege blockiert. Im Gegensatz zum Würgen ist Verschlucken oft lautlos – es gibt kein Weinen, Husten oder Würgen, da keine Luft passieren kann. Das Baby kann still werden, um den Mund herum blau oder grau anlaufen und nicht in der Lage sein zu weinen oder zu husten. Dies ist der entscheidende Unterschied: Wenn Ihr Baby Geräusche macht, verschluckt es sich nicht. Wenn es still ist und kämpft, handeln Sie sofort.
Was in jeder Situation zu tun ist
Wenn Ihr Baby würgt, bleiben Sie ruhig, bleiben Sie präsent und widerstehen Sie dem Drang, Ihre Finger in seinen Mund zu stecken – lassen Sie den Reflex seine Arbeit tun. Wenn sich Ihr Baby verschluckt, rufen Sie um Hilfe und beginnen Sie sofort mit Rückenschlägen: Stützen Sie das Baby bäuchlings entlang Ihres Unterarms, mit dem Kopf tiefer als die Brust, und geben Sie bis zu fünf feste Rückenschläge zwischen die Schulterblätter. Wenn die Rückenschläge die Blockade nicht beseitigen, geben Sie bis zu fünf Bruststöße. Allen Eltern und Betreuungspersonen wird empfohlen, einen Erste-Hilfe-Kurs für Säuglinge vor oder kurz nach Beginn der Beikost zu absolvieren.

Lebensmittel mit dem höchsten Risiko
Ganze, runde Lebensmittel sind am gefährlichsten: ganze Weintrauben, Kirschtomaten, Heidelbeeren und ganze Oliven können die Atemwege eines Babys vollständig blockieren. Rohes, hartes Gemüse und Obst – Karottenstifte, Apfelscheiben, Sellerie – sind ebenfalls risikoreich, da sie unter Druck nicht zerdrückt werden. Nüsse (ganz), große Fleischstücke und zähe Süßigkeiten sollten in diesem Alter ganz vermieden werden. Schneiden Sie runde Lebensmittel immer in Viertel und kochen Sie hartes Gemüse weich, bevor Sie es servieren.
Das Wichtigste in Kürze
Wissenschaftliche Quellen
Die Empfehlungen in diesem Ratgeber basieren auf diesen Quellen.